Übergabe der Wohlfahrtsmarken 2010 am 7. Januar 2010 in Berlin – Ansprache der Präsidentin der BAGFW e. V.

Ansprache von Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg, Präsidentin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V.

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
sehr geehrter Herr Minister,
meine sehr verehrten Damen und Herren,

unsere fünf Sinne sind Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Schmecken. Und für jeden dieser Sinne haben wir ein eigenes Organ. Die jeweiligen Empfindungen werden dabei über die Sinnesorgane empfangen und über die Nerven ans Gehirn weitergeleitet, wo sie entschlüsselt werden. Das Gehirn »sieht« Bilder, »hört« Geräusche und unterscheidet Farbe, Geruch und Geschmack. Ohne diese fünf Sinne könnte der Mensch die Welt um sich herum nicht entdecken. Eine Tatsache, der wir uns vielleicht einmal bewusst werden sollten.

Bevor Geist und Schönheit eines Menschen uns faszinieren können, muss dieser erst einmal unsere Nase betören. Man muss ihn riechen können.

Wer beispielsweise den Film „Das Parfüm“ gesehen hat, kann sich den Einfluss von Düften und Gerüchen eindrucksvoll vorstellen. Jeder von uns bekommt Appetit, wenn etwas lecker riecht. Und auch in unserer Sprache finden sich viele Redewendungen, die etwas mit dem Riechen oder der Nase zu tun haben. Ein paar Beispiele will ich Ihnen „auf die Nase binden“: “Ich kann ihn nicht riechen!” heißt es, wenn man jemanden nicht ausstehen kann. “Morgenluft wittert”, wer sich Hoffnung macht. Wer sich über jemanden oder etwas ärgert, hat “die Nase voll davon”. Vieles auf unserer Welt „stinkt einfach zum Himmel“. Und auch politisch gesehen ist so manches „anrüchig“.

Doch während wir mit allen Sinnen die Welt entdecken und immer neuen Trends nachspüren, wächst und gedeiht – eher im Stillen – das Sozialwerk Wohlfahrtsmarken. Vor nunmehr 60 Jahren wurde mit dem „Porto mit Herz“ eine Idee gesät, die seitdem stetig Früchte trägt, die Menschen in Not zugute kommen.

So passen die Motive der heute hier präsentierten Wohlfahrtsmarken 2010 hervorragend ins Bild.

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als einem beim Frankieren ein etwas muffiger Geruch und Geschmack auf der Zunge zurückblieb. Sehr betörend finde ich deshalb die Aussicht, beim Senden oder Empfangen von Post zukünftig in einen zarten Erdbeerduft gehüllt zu sein. Vor diesem Hintergrund kommt mir zugleich der Titel einer CD von Klaus Kinski in den Sinn, der da lautet: „Ich bin so wild nach Deinem Erdbeermund“. In Abwandlung dieses Titels werden – so nehme ich an – zukünftig breite Kreise der Bevölkerung so wild nach Deinen Erdbeerbriefmarken sein!

Duftendes Obst für die Wohlfahrtspflege! Erstmals in Deutschland kann man eine Briefmarken nicht nur betrachten, sondern auch riechen. Mit tatkräftiger Unterstützung des Bundesministeriums der Finanzen, der Deutschen Post und vor allem der Bundesdruckerei ist es gelungen, alle denkbaren und vor allem die nicht vorhersehbaren Schwierigkeiten zu überwinden, so dass die Marken seit dem 2. Januar für jedermann zu haben sind. Wir hoffen, mit der Wahl der Motive den „richtigen Riecher“ gehabt zu haben, denn mit dem Erlös aus dem Verkauf dieser Marken wollen wir im kommenden Jahr möglichst viele Projekte der Wohlfahrtsverbände unterstützen.

Stellvertretend für die mehr als eine Million hauptamtlichen und bis zu drei Millionen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 100.000 Diensten und Einrichtungen von AWO, Caritas, Paritätischem, DRK, Diakonie und Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland möchte ich Ihnen, sehr geehrter Herr Bundespräsident, und Ihnen, sehr geehrter Herr Minister, gleich einige überaus engagierte Helferinnen und Helfer und die von ihnen betreuten Projekte vorstellen, die aus den Erlösen aus dem Verkauf der Wohlfahrtsmarken (mit-)finanziert wurden. Ein Mehrgenerationen-Haus mit Angeboten für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren, Jugendarbeit mit Ganztagsbetreuung, Freizeitaktivitäten und Ferienfahrten, Fahrdienste, Pflegehilfsdienste und ambulante Wohnprojekte eines Körperbehinderten-Vereins, das Pilotprojekt „Schule sind wir“, ein Projekt zur Wiedereingliederung krimineller Jugendlicher, ein Kultur-, Integrations- und Begegnungszentrum – die Angebote der Wohlfahrtsverbände sind so vielfältig wie die Bedürfnisse der von ihnen betreuten Menschen.

Diese erleben täglich, dass unsere Gesellschaft ohne persönliches Engagement des Einzelnen und ohne gemeinschaftliches Handeln für die benachteiligten Menschen ärmer und kälter wäre.

Es ist uns eine besondere Ehre, dass Sie, Herr Bundespräsident, auch in Ihrer zweiten Amtszeit wiederum die Schirmherrschaft über das Sozialwerk Wohlfahrtsmarken übernommen und damit ein Zeichen der Solidarität mit dem „Porto mit Herz“ gesetzt haben. Dafür danke ich Ihnen sehr herzlich.

Ich hoffe, Sie alle haben nun „Lust auf Duft“ bekommen und können es kaum erwarten, über die Marken zu reiben und den Duft frischer Früchte zu genießen. Kaufen Sie die Wohlfahrtsmarken und setzen Sie mit Ihren so frankierten Briefen eine Duftmarke!

Vielen Dank!

Porto mit HerzHelfen Sie, Wohlfahrtsmarken zu verkaufen mit Links und Bannern oder mit dem Einsatz unserer Werbemittel auf Ihren Veranstaltungen. So können Sie helfen.

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