Präsentation des Signets für Sondermarken “Gutes tun. Mit Briefmarken helfen.”
Statement von Dr. Ulrich Schneider, Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V.
Sehr geehrte Frau Staatssekretärin Kressl, meine sehr verehrten Damen und Herren,
vor gut einem Jahr wurde genau an dieser Stelle die Ausstellung „Zeichen setzen“ feierlich eröffnet. Das Bundesministerium der Finanzen hat nicht nur das Ehrenamt und die Spendenbereitschaft in unserer Gesellschaft durch Gesetze im Rahmen seiner Initiative „Hilfen für Helfer“ nachhaltig gestärkt, sondern durch diese Ausstellung auch die Bedeutung der Sonderpostwertzeichen – und insbesondere der Serien „Für die Wohlfahrtspflege“, „Für die Jugend“, „Für den Sport“ und „Für den Umweltschutz“ – hervorgehoben.
Im Namen all derer, denen das „Plus“ aus dem Verkauf der Marken zugute kommt, begrüße ich die Einführung dieses Signets nachdrücklich und danke dem Ministerium auch für das damit zum Ausdruck gebrachte erneute Bekenntnis zu den Zuschlagsmarken, das wir gerade in Zeiten der Veränderungen auf dem Postmarkt besonders zu schätzen wissen.
Denn Briefmarken sind nicht nur Quittungen über die Entrichtung eines Entgeltes für die Inanspruchnahme von Postdienstleistungen, sondern viel mehr. Mit dem „Plus“ für die Wohlfahrtspflege, die Jugend, den Sport oder die Umwelt leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag für die Förderung von Projekten in vielen Bereichen.
Allein aus dem Postverkauf von Wohlfahrts- und Weihnachtsmarken für die Serie 2007 konnten über drei Millionen Euro an die Wohlfahrtsverbände weitergeleitet werden, rund 16 Mio. Marken mit einem rechnerischen Zuschlagswert von rund 4,7 Mio. Euro haben die Verbände selbst abgenommen. Mit diesem Erlös finanzieren AWO, Caritas, Diakonie, DRK, Paritätischer Wohlfahrtsverband und Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland soziale Projekte in allen Bereichen, in denen die Wohlfahrtsverbände aktiv sind. Schwerpunkte sind die Jugend-, Alten- und Behindertenhilfe, die Gesundheits- und Familienhilfe sowie Maßnahmen für Arbeitslose, Flüchtlinge und Suchtkranke.
Stellvertretend für alle anderen Projekte möchte ich Ihnen heute die Internationale Malschule Jungbusch in Trägerschaft des AWO-Kreisverbandes Mannheim vorstellen. Seit fünf Jahren treffen sich dort unter der Leitung der Künstlerin Christine Behrens bis zu 20 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 19 Jahren. Ein bunter Kulturenmix macht die wöchentlichen Treffen besonders spannend: Die Jungen und Mädchen stammen aus insgesamt zehn Nationen. Die jungen Künstlerinnen und Künstler setzen sich auf kreative Weise mit dem interkulturellen Dialog auseinander. Frau Behrens sieht ihre Aufgabe dabei nicht nur in der Vermittlung von Kunst, Stilrichtungen und Maltechniken, sondern auch in der Stärkung des Selbstbewusstseins sowie der Erfahrbarkeit von Integration, Toleranz und gegenseitiger Achtung. Nichts stärkt so sehr das Gefühl von Zusammengehörigkeit wie das Planen und Organisieren eigener Ausstellungen! Ich lade Sie herzlich ein, im Anschluss die ausgestellten Kunstwerke zu bewundern.
Die Mittel aus dem Verkauf der jährlich erscheinenden Sonderpostwertzeichen „Für die Jugend“ fließen der 1965 gegründeten Stiftung Deutsche Jugendmarke zu. Sie fördert hiermit Maßnahmen zum Wohle junger Menschen in Deutschland. Hierbei handelt es sich um Projekte, Programme und Modellvorhaben sowie Bauprojekte, die insbesondere von den freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe durchgeführt werden. Aber auch praxisbezogene Forschungsvorhaben, die der weiteren Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe dienen, finden ihre finanzielle Unterstützung.
Bislang konnte die Stiftung mit rund 190 Mio. Euro über 2.000 Projekte fördern, darunter überregionale Jugendbegegnungs- und Jugendbildungsstätten, Jugendgästehäuser, pädagogische Einrichtungen für behinderte und benachteiligte Kinder und Jugendliche sowie weit über 1.000 Modelle und beispielhafte Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe. Mit ihren Förderaktivitäten erfüllt die Stiftung wichtige gesellschaftspolitische Aufgaben zum Wohle der Menschen in unserem Land und leistet neben Bund, Ländern und Kommunen einen beachtlichen komplementären Beitrag und trägt damit nachhaltig zur Verbesserung ihrer Lebenschancen in unserer Gesellschaft bei.
Die Zuschlagsmarken-Serie „Für den Sport“ erbringt jährlich knapp zwei Mio. Euro, die in die Förderung des Spitzen- und Leistungssports fließen. Verwaltet wird das Geld von der Stiftung Deutsche Sporthilfe, die jährlich 4.000 Spitzen- und Nachwuchsathleten sowie 600 junge Talente in den Sportinternaten mit rund zwölf Mio. Euro unterstützt. Die Sporthilfe zahlt eine monatliche Grundförderung, vergibt Stipendien, bezahlt Nachhilfestunden, springt bei trainingsbedingten Verdienstausfällen ein, sorgt für einen umfassenden Versicherungsschutz, hilft beim Kauf teurer Sportgeräte, bereitet auf die berufliche Karriere nach dem Sport vor oder schüttet Prämien für herausragende Leistungen aus.
Seit 1967 wurden 40.000 Athleten mit 350 Mio. Euro unterstützt. 201 olympische Goldmedaillen sind das Ergebnis dieser Förderung und belegen den Erfolg der Arbeit der Sporthilfe. 95 Prozent der deutschen Medaillen in Peking wurden von Sporthilfe-Athleten gewonnen. Wie von Lena Schöneborn, die im vergangenen Jahr noch Zweite bei der Ehrung zu Deutschlands Juniorsportlern des Jahres wurde und als 22-Jährige Deutschlands jüngste Olympiasiegerin in Peking wurde. Sie gewann den Titel im Modernen Fünfkampf – das ist Reiten, Fechten, Schwimmen, Laufen und Schießen. Ziemlich viel Arbeit für eine Medaille. Herzlich willkommen, Lena Schöneborn!
Umweltschutz geht alle an! Darum wurde vor mehr als 14 Jahren vom damaligen Postministerium zusammen mit dem Bundesumweltministerium die Sonderpostwertzeichen-Serie „Für den Umweltschutz“ ins Leben gerufen. Mit den dabei erzielten Mitteln, im Schnitt zwischen drei- und vierhunderttausend Euro pro Marke, werden entsprechend dem Thema der Marke Projekte von Nicht-Regierungs-Organisationen im In- und Ausland gefördert. Themen der Marken und entsprechend der geförderten Projekte waren z.B. Klimaschutz, biologische Vielfalt oder Meeres- und Küstenschutz. Die Projekte tragen dazu bei, das ökologische Bewusstsein zu fördern und Lösungen für Umweltprobleme gemeinsam mit der betroffenen Bevölkerung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu erarbeiten.
Meine Damen und Herren, ich finde es beeindruckend, zu sehen, was die vielen kleinen Cent-Spenden in der Summe bewirken können. Wie vielfältig die Projekte sind, die aus dem „Plus“ dieser Sondermarken unterstützt werden. Wie einfach es ist, bürgerschaftliches Engagement zu zeigen und ein Zeichen zu setzen für Solidarität mit den Schwächeren und Benachteiligten unserer Gesellschaft. Alle diese Aspekte sind mit dem neuen Gütezeichen auf den Punkt gebracht: „Gutes tun. Mit Briefmarken helfen.“
Machen Sie mit: Tragen Sie den Gedanken des Gütezeichens in die Öffentlichkeit! Und natürlich: Probieren Sie es selbst aus, und frankieren Sie Ihre Weihnachtspost mit Weihnachtsmarken!
Herzlichen Dank!
7. November 2008, Berlin, Bundesfinanzministerium
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