Legenden der Luftfahrt

Wegweisende Luftfahrzeuge auf neuen Wohlfahrtsmarken

Wohlfahrtsmarken 2008 - LuftfahrzeugeKöln/Berlin. Am 12. Juni 2008, kurz nach der Internationalen Luftfahrtausstellung in Berlin, erscheinen die neuen Wohlfahrtsmarken mit dem Titel „Luftfahrzeuge“.

Die Sonderpostwertzeichen mit Zuschlag zeigen in diesem Jahr die Dornier Do J Wal, die Junkers Ju 52, die Bölkow Bo 105 und den Airbus A 380 – allesamt meisterhafte Entwicklungen der Luftfahrt.

Die Motive der neuen Wohlfahrtsmarken – jedes für sich ein bahnbrechendes Flugkonzept – demonstrieren die zur jeweiligen Zeit visionäre Arbeit genialer Entwickler, Ingenieure und Techniker. Als Kombination aus Realansicht und Risszeichnung sind die Marken besonders interessant gestaltet und werden nicht allein Freunde der Luftfahrt begeistern.

Wohlfahrtsmarken sind seit vielen Jahren ein wichtiges Finanzierungsinstrument für die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege. Der Zuschlagserlös aus dem Verkauf der Marken fließt in die soziale Arbeit von Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Paritätischem Wohlfahrtsverband, Deutschem Roten Kreuz, Diakonie und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland.

Die offizielle Übergabe der neuen Wohlfahrtsmarken-Serie findet traditionsgemäß im Berliner Schloss Bellevue statt – hier übergibt Bundesfinanzminister Peer Steinbrück am 11. Juni 2008 dem Schirmherrn des Sozialwerkes, Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler, die neuen Marken feierlich. Ab dem darauf folgenden Tag sind die Marken bei der Post und in den Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände sowie im Internet unter www.wohlfahrtsmarken.de erhältlich.


Zu den Motiven:

Dornier Do J Wal – Motiv der Marke im Wert von 45 + 20 Cent

Mit dem Entschluss, ein Flugboot aus Metall zu konstruieren, betrat Claude Dornier, der bereits als Konstrukteur bei Graf Zeppelin arbeitete, technisches Neuland. 1922 ging der Prototyp zum ersten Mal in die Luft. Formgebung und Auswahl der Bauelemente – vorwiegend aus Leichtmetall und hochwertigem Stahl – und die hervorragende Verarbeitung der Teile brachten der Do J Wal schnell den Ruf eines äußerst betriebssicheren und robusten Flugzeugmusters ein. Mit ihr wurden in den 20er Jahren viele Strecken für den Luftverkehr erschlossen, vor allem, da sie flugplatzunabhängig war und auf Flüssen, Seen und Meeren operieren konnte.

Über dem Flugzeugrumpf aufgesetzte Motorgondeln mit Druck- und Zugpropeller – dieses Flugboot-Konzept setzte sich in vielen Ländern als zuverlässiges Transportmittel für Personen und Fracht durch.

Regelrecht populär wurde die Wal durch spektakuläre Fernflüge, u.a. durch den Polarforscher Roald Amundsen und den aufsehenerregenden Weltflug 1934 von Wolfgang von Gronau.


Junkers Ju 52 – Motiv der Marke im Wert von 55 + 25 Cent

Die Entwicklung der Fliegerei vom Abenteuer wagemutiger Piloten hin zur sicheren Luftfahrt ist nicht zuletzt einem Flugzeugmuster der 30er Jahre zu verdanken: der Junkers Ju 52 – liebevoll auch „Tante Ju“ genannt. Ihren Erstflug als dreimotorige Maschine machte die Junkers Ju 52 am 7. März 1932. Als Passagierversion für 15 Fluggäste war sie das Standard-Passagier- und Transport- Flugzeug der 30er und der ersten Hälfte der 40er Jahre.

Ihre charakteristischen Konstruktionsmerkmale sind die Wellblechbeplankung und die drei Motoren. Das Flugzeugmuster wurde, einschließlich der militärischen Versionen, rund 5.000 Mal produziert und in ca. 30 Länder der Erde verkauft. Die Robustheit der Ju 52 wird unter anderem auch dadurch belegt, dass es auch heute im 21. Jahrhundert noch acht flugfähige Modelle gibt, u.a. die D-AQUI der Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung.


Airbus A 380 – Motiv der Marke im Wert von 55 + 25 Cent

Eine neue Epoche des Passagierfluges leitet das europäische Airbus-Unternehmen mit der Entwicklung der vierstrahligen A 380 ein. Dieser Gigant unter den Verkehrsflugzeugen löst die Boing 747, genannt Jumbojet, ab und ist damit das weltweit größte Passagierflugzeug, das bisher in Serienfertigung produziert wird. Einige Daten, die dies unterstreichen: Flügelspannweite knapp 80 Meter, Länge 72,3 Meter, Höhe 24,1 Meter, maximales Startgewicht 560 t, Passagierkapazität in der Standard-Version 555.

Trotz dieser beeindruckenden Leistungszahlen soll der A 380 im Vergleich zu anderen modernen Passagierflugzeugen mit rund 15 Prozent geringeren Betriebskosten auskommen. Dafür sorgen die neu entwickelten, leiseren Rolls-Royce-Triebwerke sowie fortschrittliche Werkstoffe wie faserverstärkter Kunststoff, Kohlefaser und Aluminiumverbindungen.

Als erste Fluglinie übernahm die Singapore Airlines im Oktober 2007 den A 380. Im Jahr 2009 wird die Lufthansa den Giganten mit zwei über die gesamte Kabinenlänge verlaufenden Passagierdecks in den Liniendienst aufnehmen.


Bölkow Bo 105 – Motiv der Marke im Wert von 145 + 55 Cent.

Als leichter Mehrzweckhubschrauber leistete die Bo 105 vom ersten Einsatz 1967 an hervorragende Arbeit. 1961 begannen die Entwickler Dr. Ludwig Bölkow und Emil Weiland einen Hubschrauber zu entwickeln, der mit zwei Motoren und einem hoch liegenden Rotor besonders leicht und auf Sicherheit ausgelegt ist.

Seine Besonderheit: ein Hauptrotor mit starrem Rotorkopf ohne Schlag- und Schwenkgelenke. Zusammen mit den elastischen Rotorblättern aus glasfaserverstärktem Kunststoff verlieh dies der Bo 105 eine hervorragende Steuer- und Manövrierfähigkeit, die insbesondere bei Rettungseinsätzen von Vorteil sind.

Mit der Bo 105 wurde das deutsche Luftrettungsnetz aufgebaut und der Hubschrauber avancierte zum Exportschlager der deutschen Luftfahrtindustrie in den 70er und 80er Jahren. Über 1.400 Exemplare wurden bis zur Einstellung der Fertigung im Jahr 1997 produziert. Neben den Aufgaben der Luftrettung fand der Hubschrauber auch für Einsätze von Polizei, ADAC und Militär Verwendung.

Herausgeber:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V.
Abteilung Wohlfahrtsmarken
Werthmannstraße 3A, 50935 Köln
Redaktion: Sigrid Forster
E-Mail: info@wohlfahrtsmarken.de
http://www.wohlfahrtsmarken.de
Abdruck honorarfrei. Belegexemplar erbeten.


Index Wohlfahrtsmarken 2008

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