Die Wohlfahrtsmarken – Ein Blick zurück
Geschichte der Wohlfahrtsmarken
Die Idee mit Briefmarken zu helfen ist alt – älter als die Wohlfahrtsmarken. Doch nur diese Sonderpostwertzeichen mit Zuschlag setzten vor 59 Jahren eine Erfolgsgeschichte in Gang, die in bislang 3,9 Milliarden verkauften Marken gipfelt. Bereits 1919, kurz nach Beendigung des Ersten Weltkriegs, wurden zwei Briefmarken mit dem Aufdruck „5 Pf für Kriegsbeschädigte“ herausgegeben. Vielen Kriegsversehrten konnte damals mit dem Verkaufserlös dieser „Germania-Marke“ geholfen werden.
In den 20er und 30er Jahren erschienen dann eine Reihe von „Nothilfemarken“, deren Verkaufserlös ebenfalls in verschiedene soziale Einrichtungen und deren Hilfsaktivitäten floss. „Helft und schenkt Freude, kauft Wohlfahrtsbriefmarken“ – so lautete der Slogan, mit dem Monsignore Kuno Joerger, der Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes, am 14. Dezember 1949 das Sozialwerk Wohlfahrtsmarken ins Leben rief. Zu einer der ersten Maßnahmen zählten damals Erholungsreisen für Kinder im Nachkriegsdeutschland.
Die erstmalig zum Geburtsjahr der Bundesrepublik Deutschland herausgegebenen Wohlfahrtsmarken wurden schnell beliebt und so bekannt, dass 1956 der erste deutsche Bundespräsident Theodor Heuss als Schirmherr der Aktion gewonnen werden konnte. Dieses Amt wurde seitdem in schöner Regelmäßigkeit von Bundespräsident zu Bundespräsident weitergegeben. 1969 ergänzte Bundespostminister Georg Leber die Wohlfahrtsmarken um eine Serie von Weihnachtsmarken, die von den Bundesbürgern zum Versand der Weihnachtspost und Weihnachtspäckchen genutzt wurden.
Alles in allem sprechen rechnerische Verkaufserlöse von bis heute fast 590 Millionen Euro eine deutliche Sprache. Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege – die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas, der Paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonie sowie die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland – bestreiten hiervon einen Teil ihrer Aufwendungen für soziale Einrichtungen, Dienste und Projekte. Ab dem 12. Juni 2008 sind die neuen Wohlfahrtsmarken mit dem Titel „Luftfahrzeuge“ bei der Post und in den Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände sowie im Internet unter www.wohlfahrtsmarken.de erhältlich.
Herausgeber:
Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V.
Abteilung Wohlfahrtsmarken
Werthmannstraße 3A, 50935 Köln
Redaktion: Sigrid Forster
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