Ansprache von Oberkirchenrat Johannes Stockmeier anlässlich der Markenübergabe 2012
Übergabe der Wohlfahrtsmarken 2012 am 11. Januar 2012 in Berlin
Ansprache von Oberkirchenrat Johannes Stockmeier, Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V.
Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
sehr geehrter Herr Staatssekretär,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
„Wahre Werte“: Unter diesem Titel steht die Kampagne für die Wohlfahrtsmarken 2012. Auf den Marken sind Edelsteine zu sehen: Rubin, Smaragd und Saphir. Und in der Tat gelten Edelsteine seit jeher als selten und deshalb wertvoll, als einzigartig und darum begehrt. Sie funkeln, sie lassen träumen, sie wecken Begehrlichkeiten.
Aber was sind nun wirklich wahre Werte? Edelsteine, Gold und Geld? Reichtum und Macht? Erfolg und Gewinn? Oder eher ein langes Leben und Gesundheit? Liebe und Geborgenheit? Glück und Zufriedenheit? Familie und Kinder? Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen.
Ich denke, der wahre Wert – das Mass aller Dinge – ist keine fest definierbare Größe, der wie in der Physik durch Auswertung von Messungen ermittelt werden kann. Viele Werte werden jeweils individuell anders empfunden und sind somit relativ. Manches wird aus Sicht des einen unter Wert verkauft, während es von anderer Seite als über-bewertet gilt.
Aus Sicht der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege passt das Kampagnen-Motto jedoch ganz hervorragend zu unserer Arbeit. Im Rahmen unserer Tätigkeiten erleben wir Tag für Tag in der Begegnung mit hilfsbedürftigen Menschen, worauf es ankommt. Es müssen nicht immer die großen, spektakulären und medienwirk-samen Aktionen sein. Oft sind es kleine Gesten und direkte Angebote, mit denen in Not geratene Menschen schnell und unbürokratisch unterstützt werden. Ein hohes Mass an persönlichem Engagement, das über das eigentliche Anforderungsprofil hinausgeht, ist dabei oft das Element, das den Beruf zur Berufung werden lässt. So wie die unscheinbaren Rohfassungen der Edelsteine erst durch die manuelle Bearbeitung ihre Wertschöpfung erfahren und zu „Wahren Werten“ werden.
Sich einsetzen für etwas, von dem man überzeugt ist? Sich engagieren für andere Menschen? Für viele der hier anwesenden haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Wohlfahrtsverbände ist dies selbstverständlich. Sei es beim Verkauf der Wohlfahrtsmarken oder bei der Mitarbeit in den aus den Verkaufserlösen finanzierten Projekten. Denn das Plus aus dem Verkauf dieser Marken fließt unmittelbar in die soziale Arbeit von AWO, Caritas, Diakonie, DRK, Paritätischem und Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. „Gutes tun. Mit Briefmarken helfen“ bedeutet nicht große Spenden, die spektakulär eingeworben oder überreicht werden, sondern viele kleine Cent-Beträge, die erst in der Summe wirken.
Die Wohlfahrtsverbände setzen diese Mittel in allen Bereichen ein, in denen staatliche Hilfen nicht oder nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Ob Kinder- und Jugendfreizeiten, Tagesangebote für Obdachlose, betreutes Wohnen für Menschen mit Behin-derung, Wiedereingliederungsmaßnahmen psychisch Kranker, Schulprojekte oder Integrationsmaßnahmen – das Spektrum der geförderten Projekte ist so weitreichend wie vielfältig. Einige Beispiele möchte ich Ihnen gleich präsentieren und Ihnen Menschen vorstellen, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen.
Mit den „Edelsteinen“ wird die mehr als ,,60jährige Erfolgsgeschichte des „Porto mit Herz“ fortgesetzt. Dafür möchte ich Danke sagen. Ihnen, sehr verehrter Herr Bundespräsident, danke ich für Ihre Bereitschaft, uns als Schirmherr des Sozialwerkes heute hier in Schloss Bellevue zu empfangen. Wir wissen dieses Zeichen der Solidarität mit unserem Anliegen, Menschen in Not zu helfen, sehr zu schätzen.
Herr Staatssekretär Koschyk, Ihnen und Ihrem Haus danke ich ganz besonders dafür, dass Sie sich im Zuge der Lizenzvergabe immer dafür eingesetzt haben, unseren Plusmarken einen festen Platz im Sonderpostwertzeichenprogramm einzuräumen.
Damit haben Sie einen grundlegenden Beitrag für die Zukunft des Sozialwerkes Wohlfahrtsmarken geschaffen.
Ein herzliches Dankeschön an Frau Julia Warbanow, der es hervorragend gelungen ist, die Edelsteine auf kleinstem Raum so ansprechend zu präsentieren.
Ohne die Unterstützung durch die Deutsche Post mit ihrem Vertriebsnetz und ohne die Presse als Multiplikator blieben die kleinen gezackten Kunstwerke ein Geheimtipp für unsere treuesten Kunden, die Philatelisten. Damit sie jedoch ihre volle Wirkung entfalten können, müssen sie millionenfach „unters Volk gebracht werden“.
Dazu können auch Sie alle beitragen: Veredeln Sie Ihre Briefe mit Wohlfahrtsmarken und vermitteln Sie Ihren Freunden, Geschäftspartnern und allen übrigen Adressaten, dass Sie „Wahre Werte“ zu schätzen wissen.
Vielen Dank!
Helfen Sie, Wohlfahrtsmarken zu verkaufen mit Links und Bannern oder mit dem Einsatz unserer Werbemittel auf Ihren Veranstaltungen. So können Sie helfen.















